Haferflocken und Porridge: Wirklich so gesund oder nur ein Trend?

Kaum ein anderes Frühstück hat in den letzten Jahren so viel mediale Aufmerksamkeit erzeugt wie Haferflocken, oder in der modernen Sprache auch gern als Porridge bezeichnet. In sozialen Netzwerken wie TikTok stoßen wir beinahe täglich auf neue Rezepte, in Cafés stehen warme Hafergerichte auf der Karte und zu Hause sind die Overnight-Oats ein festes Ritual am Morgen. Aber steckt dahinter nur ein Hype oder haben Haferflocken einen echten Mehrwert?

Nährstoffe in Hafer: So ist die Flocke zusammengesetzt

Haferflocken gehören zu den nährstoffreicheren Getreideprodukten. Anders als viele Cornflakes und verarbeitete Cerealien liefern sie die wichtigsten Inhaltsstoffe in relativ natürlicher Form.

In 50 Gramm Haferflocken stecken komplexe Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe. Dazu  kommen Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink sowie verschiedene B-Vitamine. Durch diese Kombination machen Haferflocken vergleichsweise lange satt.

Besonders relevant ist der Ballaststoff Beta-Glucan. Er ist löslich und bildet im Darm eine gelartige Struktur, durch die Zucker langsamer ins Blut aufgenommen wird. Der Blutzuckerspiegel steigt langsamer an, die Energieversorgung verbessert sich.

Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt diesen Effekt. Laut EFSA kann eine tägliche Aufnahme von mindestens drei Gramm Beta-Glucan aus Hafer dazu beitragen, den Cholesterinspiegel im Blut zu senken.

Warum Haferflocken so lange sattmachen

Wir haben schon oft von Menschen gehört, dass sie nach einer Portion Porridge deutlich länger satt bleiben als nach einem süßen Frühstück mit Weißmehlprodukten. Das hat gleich mehrere Gründe, basiert aber hauptsächlich auf den komplexen Kohlenhydraten in Haferflocken.

Sie werden von Ihrem Körper langsamer verdaut als einfache Zucker, wie sie in Toastbrot oder Weizenbrötchen stecken. So geben Haferflocken Energie über einen längeren Zeitraum ab.

Auf der anderen Seite spielt die bereits erwähnte Ballaststoffstruktur eine Rolle. Beta-Glucan verzögert die Magenentleerung und das Sättigungsgefühl hält dadurch länger an.

Zuletzt enthält Hafer auch Eiweiß und obwohl die Flocken kein typisches Fitness-Proteinlebensmittel sind, steckt mehr darin als in anderen Getreidearten. Im Zusammenspiel mit Ballaststoffen lässt sich erklären, warum wir nach einem Porridge mit Früchten oder auch pur genossen weniger schnell wieder Hunger haben.

Haferflocken können den Cholesterinspiegel beeinflussen

Hat Ihr Arzt Ihnen auch schon einmal zu Haferflocken geraten, um das Herz zu schützen? Erneut spielt Beta-Glucan hier die Hauptrolle. Der Stoff scheint in der Lage zu sein, den LDL-Cholesterinspiegel moderat zu senken. Das LDL kennen wir alle als das „schlechte“ Cholesterin, weil erhöhte Werte mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.

Ein Wundermittel sind Haferflocken aber nicht, sie ersetzen Ihre medizinisch verordnete Therapie nicht und können auch keine unausgewogene Ernährung ausgleichen. Als sinnvoller Bestandteil einer herzgesunden Ernährung werden sie aber trotzdem empfohlen. Die Verbraucherzentrale informiert, dass 70 Gramm pro Tag den Cholesterinspiegel senken können.

Diese Faktoren machen Ihren Porridge ungesund

Ob und wie gesund Haferflocken sind, hängt stark von der Zubereitung ab. Ein einfacher Haferbrei aus Haferflocken und Wasser oder Hafermilch unterscheidet sich von süßen Versionen.

Im Supermarkt finden Sie an jeder Ecke fertige Porridge-Mischungen, denen Sirup oder Zucker zugesetzt ist. Auch viele Hype-Rezepte setzen auf Schokolade oder gezuckerte Toppings. Dadurch steigt die Kalorienmenge schnell an.

Als Toppings geeignet sind hingegen frische Früchte, ungezuckertes Apfelmus, Zimt oder frischer Joghurt ohne Zuckerzusatz.

Haferflocken vielseitig im Einsatz – die besten Alternativen zu Porridge

Wenn Ihnen Porridge oder Haferflocken mit Milch nicht schmecken, gibt es viele andere Rezepte zum Ausprobieren. Backen Sie gern, empfehlen wir Ihnen die Zubereitung als Kuchen oder Kekse. Sie können mit Haferflocken einen Teil des Weizenmehls ersetzen und so eine kernige Note erzielen.

Erstaunlicherweise eignen sich Haferflocken auch für herzhafte Gerichte, beispielsweise in Form von Bratlingen oder sogar als Hafer-Bolognese. In Rezeptbüchern für Vegetarier und Veganer finden sich viele derartige Rezepte.

Tipp: Aus Haferflocken lässt sich mit einem guten Mixer Hafermehl herstellen. Dieses wiederum können Sie für einfache Teile, Pfannkuchen oder Waffeln nutzen. Wenn Sie den Anteil an Weißmehl in Ihrer Ernährung reduzieren möchten, können Sie so kostengünstig damit starten.