Freitag, 1. März 2024

Fonds, ETFs und Aktien – wie unterscheiden sich die Geldanlagen?

Die richtige Geldanlage ermöglicht es dir, finanzielle Sicherheit und Freiheit zu erreichen und dir längerfristig ein Vermögen aufzubauen.

In den letzten Jahren haben sich Privatanleger zunehmend für Investitionen abseits des Sparbuchs entschieden und in Finanzprodukte investiert, die eine angemessene Rendite versprechen. Der Grund liegt auf der Hand: Eine jahrelange Niedrigzinspolitik der Notenbanken machte klassische Zinspapiere unattraktiv. Zuletzt sind die Zinsen zwar gestiegen, sie liegen jedoch deutlich unterhalb der aktuell beinahe zweistelligen Inflationsrate.

Das bedeutet: Legst du dein Geld in klassische Zinspapiere oder auf dem Sparbuch an, verlierst du Geld. Die Zinsen erhöhen zwar deinen nominalen Geldbetrag, da die Inflation jedoch über der Rendite der meisten Zinspapiere liegt, liegt der sogenannte Realzins im negativen Bereich.

Allerdings ist es für Laien schwierig, unter den vielen auf dem Markt befindlichen Finanzprodukten zu differenzieren und herauszufinden, welches am besten den individuellen Anforderungen entspricht.

Jede Anlageentscheidung ist grundsätzlich ein Kompromiss aus Risiko, Renditechancen und Laufzeit.

Investmentfonds, ETFs (Exchange Traded Funds) und Einzelaktien sind drei der am häufigsten von Privatanlegern genutzten Finanzprodukte auf dem Markt.

Dieser Artikel erklärt dir die Unterschiede zwischen diesen Investmentmöglichkeiten, sodass du in die Lage versetzt wirst, die optimale Entscheidung für deine Geldanlage zu treffen.

Fonds

Fonds sind bei privaten Anlegern seit Jahrzehnten beliebt. Du hast die Möglichkeit, in verschiedenartige Fonds einzuzahlen: So gibt es beispielsweise Renten-, Immobilien- und Aktienfonds.

Ein Fonds besteht aus einem Portfolio mehrerer Basiswerte. Kaufst du beispielsweise einen Fonds, dessen Portfolio deutsche Aktien enthält, hältst du indirekt Anteile verschiedener deutscher Unternehmen; ein Immobilienfonds hingegen fasst mehrere Immobilien zusammen.

Die Wertentwicklung deiner Fondsanteile bestimmt sich durch die Entwicklung des gesamten Portfolios. Im Regelfall erhältst du eine (heute zumeist im Internet abrufbare) Broschüre über die Werte, die sich in einem Fonds befinden und kannst das aktuelle Portfolio online einsehen.

Im Normalfall sind professionelle Fondsmanager für die Verwalter der Fonds verantwortlich. Das heißt, dass die Manager fortlaufend Änderungen im Portfolio vornehmen; Aktien, Immobilien oder Rentenpapiere, die sich negativ entwickeln, stoßen die Fondsmanager ab und investieren dafür in neue Wertpapiere.

Gängig sind des Weiteren Mischformen, die sich aus den Merkmalen verschiedener Fonds zusammensetzen: So gibt es beispielsweise Aktienfonds, denen Rentenpapiere beigemischt sind, oder Immobilienfonds, die zugleich Aktien im Portfolio halten.

Wenn du in einen Fonds investiert hast, dessen Portfolio Aktien beinhaltet, bist du auf der Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens nicht stimmberechtigt. Allerdings erhältst du indirekt die Dividenden der jeweiligen Unternehmen in Form einer jährlichen Ausschüttung, gleiches gilt für Zinserträge oder Mieteinnahmen bei Renten- oder Immobilienfonds.

Die Zusammensetzung variiert je nach Fonds und abhängig von deiner persönlichen Risikobereitschaft kannst du das Portfolio wählen, das am besten zu dir passt.

ETFs

ETFs (Exchange Traded Funds) bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Index oder einer Branche exakt nach. Es findet kein aktives Management statt. Kaufst du beispielsweise einen ETF auf den DAX, so bildet deine Investition die Wertentwicklung des deutschen Leitindex exakt nach.

Einzelaktien

Kaufst du Aktien eines Unternehmens, bist du Anteilseigner des Unternehmens. Dadurch erhältst du interessante Rechte: So erhältst du im Normalfall jährlich eine Dividende und bist auf der zumeist jährlich stattfindenden Hauptversammlung des Unternehmens stimmberechtigt. Das heißt, du kannst zu wichtigen Entscheidungen, die das Unternehmen betreffen, deine Meinung äußern und bei Abstimmungen votieren.

Bedenke, dass das Gewicht der Stimmen davon abhängig ist, wie viele Aktien ein Investor hält. Hast du sogenannte Vorzugsaktien erworben, profitierst du von einer höheren Dividende, verzichtest im Gegenzug jedoch auf dein Stimmrecht.

Fonds, ETFs oder Einzelaktien – was ist besser?

Du möchtest vermutlich nicht länger mit Finanztheorie gelangweilt werden, sondern wissen, welche Anlageform die geeignete für dich ist.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Einzelaktien die riskanteste Anlageform unter den drei hier vorgestellten Investmentmöglichkeiten darstellen – entsprechend bieten sie die besten Chancen auf hohe Renditen.

Fonds und ETFs funktionieren prinzipiell gleichartig, zu beachten ist jedoch, dass aktiv verwaltete Fonds laufende Kosten in Form einer Verwaltungsgebühr verursachen, die deine Rendite schmälern. Beim Kauf von Fondsanteilen erheben die Fondsverwalter zudem oft einen nicht unerheblichen Ausgabeaufschlag. Je nach Höhe des Ausgabeaufschlags bedeutet das, dass du bei deinem Investment zunächst zwei bis fünf Prozent im Minus startest. So muss der Wert des Portfolios zunächst einige Prozent ansteigen, ehe du die Gewinnschwelle (Break-even-Punkt) erreichst.

Eine unangenehme Tatsache, die Fondsmanager nur ungern hören, ist, dass es nur den wenigsten aktiv verwalteten Fonds auf Dauer gelingt, den jeweiligen Leitindex als Benchmark zu schlagen.

Investierst du beispielsweise in einen Aktienfonds, dessen Portfolio aus DAX-Aktien besteht, so besteht das hohe Risiko, dass deine Rendite am Jahresende unter der des Index selbst liegt.

Aus diesem Grund sind in den vergangenen Jahren ETFs zunehmend beliebt geworden, denn sie bilden die Entwicklung eines Index oder einer Branche direkt ab und verursachen zudem erheblich niedrigere laufende Kosten.

Wie investierst du richtig? Das Zauberwort heißt „Diversifizierung“

Auf der Suche nach der passenden Geldanlage gibt es keinen Königsweg. Wenngleich Aktien dir die größten Chancen bieten, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du ausgerechnet die Anteilsscheine eines solchen Unternehmens erwirbst, das sich als das nächste Apple entpuppt.

Um Risiken zu minimieren und Chancen zu maximieren, solltest du deine Geldanlagen stets diversifizieren. Das bedeutet, dass du dein Kapital auf verschiedene Märkte und verschiedene Branchen verteilst.

Durch Diversifizierung verhinderst du, dass branchenspezifische Krisen oder unternehmerische Fehlentscheidungen deine Investitionen in Schieflage bringen.

Die richtige Geldanlage ist deshalb ein durchdachter und zudem von dir selbst verwalteter, flexibler Mix aus verschiedenen Wertklassen, aus denen sich dein Depot zusammensetzt.