Freitag, 1. März 2024

Oppenheimer – Ein Biopic über den Vater der Atombombe

Neben Barbie ist Oppenheimer der zweite Film, der gerade in aller Munde ist. Erfolgsregisseur Christopher Nolan erzählt daran die Geschichte des Physikers J. Robert Oppenheimer, dem Leiter des Manhattan-Projekts. Der Streifen dauert gute drei Stunden, was einer von vielen Gründen ist, warum er möglicherweise nicht für alle Zuschauerinnen und Zuschauer geeignet ist.

Foto: Erling Mandelmann, ETH Bibliothek Zürich

Die gesamte Handlung ist sehr ernst und wird mit jeder vergehenden Minute zunehmend bedrückender. Was noch recht fröhlich und euphorisch startet, entwickelt sich mit der Zeit zu einem deprimierenden Schauspiel. Auch die in regelmäßigen Abständen auftauchenden schwarz-weiß Sequenzen tragen ihren Teil dazu bei. Trotzt Überlänge wird man in Oppenheimer durch ein sehr bewegendes Leben gejagt, was unter anderem dazu führt, dass einzelne Charaktere kaum Tiefe erhalten. Zwar ist das Aufgebot an talentierten Schauspielern herausragend groß, jedoch bleibt es in vielen Fällen ein Rätsel, warum für bestimmte Figuren Oscarpreisträger gecastet wurden, die letztendlich kaum 20 Minuten im Film zu sehen sind. Insgesamt entsteht dadurch schnell der Anschein, dass Oppenheimer als Serie womöglich besser funktioniert hätte.

Letztendlich handelt es sich bei der Geschichte über den Vater der Atombombe um eine wichtige Historie, weshalb Oppenheimer, ähnliche wie Werke wie Schindlers Liste oder Braveheart, einer dieser Filme ist, die man mindestens einmal gesehen haben muss. Grundsätzlich ist der Film auch nicht schlecht. Es scheint lediglich so, als habe sich Regisseur Christopher Nolan einfach zu viel vorgenommen. Dabei sollte man ihm aber durchaus anrechnen, dass er sich überhaupt an die schwere Aufgabe gewagt hat, sich mit dem historischen Oppenheimer zu beschäftigen. Das hat vor ihm in dieser Form noch niemand getan.

Deutlich wird allerdings, dass Biopics definitiv nicht Nolans Glanzgenre ist. Klassischen Mustern oder der typischen Erzählweise folgt er keineswegs. Dies erscheint zunächst interessant, da dabei aber leider auch tiefgründige Dialoge auf der Strecke bleiben und durch flache Gespräche mit zu hoher Informationsdichte ersetzt werden, weicht das Interesse schnell Ermüdung. Auch die sonst gängigen Abschlusstexte über das weitere Leben der Charaktere nach dem Ende der Handlung des Films bleiben komplett aus, sodass man sich als Zuschauer während des Abspanns etwas alleingelassen fühlt.

Alles in allem ist der Film jedoch definitiv sehenswert und durchaus interessant. Außerdem ist das Thema auch heute noch von großer Relevanz, weshalb es sich lohnt, sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen. Und für alle, die nicht direkt ein ganzes Buch lesen wollen, ist Oppenheimer eine gute Alternative.