Hosenriss in Barcelona

Liebes Tagebuch,
ich saß an einem langweiligen Samstagmorgen alleine in einem Hotelzimmer in Tossa an der Costa Brava in Spanien und überlegte was ich an diesem Tag machen könne? Ich war mit einer amerikanischen Reisegruppe angereist, mit denen ich aber wenig aktiven Kontakt hatte.

Da erinnerte mich an einen Anschlag neben der Hotelrezeption, einer Tagesfahrt nach Barcelona. Telefonisch erkundigte ich mich ob noch ein Platz frei sei. Glück gehabt. Eigentlich hatte ich ja für den Tag geplant, ein paar Runden Online Casino Deutschland zu spielen, aber dann bevorzugte ich doch das Kulturprogramm. Schnell zog ich mich vollständig an, schnappte mir im Frühstücksraum ein paar Brötchen und Früchte als Wegzehrung. Gerade noch rechtzeitig erreichte ich den bereits wartenden Bus.

In Barcelona angekommen gingen alle mitfahrenden Touristen getrennter Wege. Ich schaute mir die imposanten Gebäude und die Basilika Sagrada Familia von Antoni Gaudí an und durchquerte unzählige kleine und größere Straßen. Dabei sprang ich spontan aus Übermut so manches kleine Mäuerchen hoch, um die Menschenmenge besser überblicken zu können. Dabei tat ich eine heftige ungewohnte Bewegung, wodurch die Naht meiner Hose am Hinterteil über mehr als zwanzig Zentimeter aufplatzte. Es fühlte sich sehr seltsam an und war mir sehr peinlich so durch Barcelona zu laufen. Viele Blicke schauten grinsend auf meine seltsame Hose. Was sollte ich tun? Eine Schneiderei aufsuchen und mich da vor den Schneiderinnen bis auf die Unterhose ausziehen? Da ich kein spanisch konnte, erschien mir dies zu gewagt.

So entschied ich mich spontan, mir einen Stuhl in der Ramblas (Haupteinkaufsstraße im Zentrum) für einige Peseten einen Stuhl zu mieten und dort auf die Abfahrt des Bus am späten Nachmittag zu warten. Da saß ich nun einige lange Stunden und beobachtete das Treiben vieler hunderter Menschen auf dieser besonderen Straße mit Geschäften und Kiosken. Links und rechts lief der Autoverkehr vorbei, aber in der breiten Mitte war der Bürgersteig mit vielen Verkaufsständen mit Zeitungen, Zeitschriften, Blumen, Tieren in Käfigen, Getränken, Eiskrem und anderen Leckereien. Auf dem gemieteten Stuhl sitzend betrachtete ich die Spanier und vorbei flanierenden Touristen, die Verkäufer mit ihren Waren, die angebotenen Vögel und andere Kleintiere, bunte Schnittblumen und vieles mehr. Intensiver kann man Land und Leute kaum beobachten, als in dieser verzwickten Zwangslage mit weit aufgerissenem Hosenboden.

Als schließlich die Busabfahrt anstand, eilte ich dort hin und war froh als ich abends mein Hotelzimmer erreichte und mir eine andere saubere Hose anziehen konnte.

So wurde dieser Samstag ein besonders kurioses Erlebnis, das ich nie vergessen habe. Nun liegt dies viele Jahre zurück, aber ist für mich fast wie gestern und ich lächle und schmunzle über mich. Heute würde ich wohl selbstbewußt anders damit umgehen, aber damals als junger Mann war ich noch zu unbeholfen und genierte mich Spanier um Hilfe zu bitten.