Neues aus der Tierwelt: Das Schwampel

Ebenso wie Reinhold Messner sich einst aufmachte, den Jeti zu finden, bemühen sich in Deutschland derzeit Tausende Möchtegern-Forscher darum, die Existenz des häufig als Fabelwesen eingestuften „Schwampel“ endgültig zu beweisen. Doch was ist das für ein Tier, das momentan derart omnipräsent durch alle Medien geistert und binnen weniger Stunden in nahezu jeder Kaffeeküche dieser Republik zum Top-Gesprächsthema avancierte? Wir klären auf.

Das Schwampel ist ein unter multipler Persönlichkeitsspaltung leidendes Tierchen, welches ausnahmslos in den jamaikanischen Nationalfarben – schwarz, gelb und grün – vorzufinden ist.

Obwohl die Existenz des Tieres Stand heute nicht eindeutig bewiesen ist, scheint einem Schwampel-Jäger nun die erste Aufnahme des ominösen Wesens gelungen zu sein. Über deren Echtheit streitet die Fachwelt allerdings noch.

Die unterschiedlichen Persönlichkeiten des Schwampels sind scheinbar dermaßen konträr, dass das Tier Gefahr läuft, sich von sich selbst abzuspalten.

Einerseits präferieren das Schwarze und das Gelbe im Schwampel tatsächlich besagte Spaltung, der grüne Teil jedoch liebt die pure und saubere Natur dermaßen, dass es den Dreck, den eine solche Spaltung verursachen würde, ökologisch überhaupt nicht gut heißen könnte.

Auch unterscheiden sich die Charaktere innerhalb eines Schwampels in kultureller Hinsicht: Während das Schwampel-Grün seinen Tag liebend gerne mit Tee, einer Tüte und Musik der „Doors“ oder „Ton Steine Scherben“ verbringt, bevorzugt der Rest des Schwampels eher traditionellere Werte und verweilt bisweilen gerne gemütlich bei zwei bis sieben Maß Bier in einem verqualmten, mit Volksmusik zugedröhnten Festzelt auf dem Münchener Oktoberfest.

Manche der multiplen Charaktere besagter schizophrener Tierchen sind angeblich derart narzisstisch, dass sie sich am liebsten den ganzen Tag selbst klonen würden.
Andere wiederum finden dies verwerflich und fordern, dass die geklonten Schwampel – wenn es denn schon sein muss – wenigstens entsprechend gekennzeichnet werden.

Die Unterschiede der verschiedenen Persönlichkeiten innerhalb eines Schwampel ließen sich, glaubt man den Forschern, beliebig weiterführen. Lediglich bei Themen, welche die Haushaltskasse betreffen, herrsche unter den multiplen Persönlichkeiten halbwegs Einigkeit.

In Sachen Ernährung scheint das Schwampel anspruchsvoll und kompliziert zu sein. So benötigt ein Schwampel zum Überleben eine exakt abgestimmte Mischung aus 35,2% Schweinefleisch, 9,8% Lachshäppchen und 8,7% Sojabratlingen. Weichen diese Verhältnisse spürbar von der Vorgabe ab, soll ein Schwampel sogar in der Lage sein, sich mit sofortiger Wirkung selbst aufzulösen.

Das Schwampel an sich steht im Ruf, ein sehr träges Tier zu sein. Ehe es sich auch nur einen Millimeter fortbewegt, kommt es zwischen den unterschiedlichen Persönlichkeiten des schizophrenen Tierchens mitunter zu endlosen Diskussionen darüber, in welche Richtung es denn nun gehen bzw. kriechen soll.

Der schwarze Teil des Tiers sagt rechts, der Grüne links und dem Gelben ist eh alles egal, solange es dort, wo es hingehen soll auch Lachsschnittchen gibt. Die Folge: Das Schwampel bleibt zu 95% der Zeit starr und bewegungslos auf der Stelle stehen.

Aufgrund der Tatsache, dass ein Schwampel alles andere als ausgeglichen und im reinen mit sich selbst ist, lebt es permanent unter einer großer innerer Anspannung. Dies hat zur Folge, dass ein Schwampel durch den damit einhergehenden Stress in der Regel nicht mit einer allzu langen Lebenserwartung ausgestattet ist. Die innere Zerrissenheit tritt beim Schwampel oft auch schon im pränatalen Stadium auf. Deshalb kommt es recht häufig zu Totgeburten.
Noch keine Theorie gibt es hinsichtlich der Fortpflanzung von Schwampeln. Sicher scheint nur, dass innerhalb eines einzigen Schwampels unterschiedliche Geschlechter vorzufinden sind, die teilweise auch ihrem eigenen Geschlecht zugetan sind, was die Sache deutlich verkompliziert. Darüber hinaus sind die unterschiedlichen Geschlechter optisch nicht ohne Weiteres voneinander zu unterscheiden.

Bei alledem handelt es sich jedoch weitestgehend um Spekulationen. Denn bislang hat sich das Schwampel noch zu gut versteckt, um eingehend untersucht zu werden.

Und wer weiß, vielleicht ist es gar doch nur ein Fabelwesen, das schizophrene Schwampel…

Mit freundlicher Genehmigung von R. Krauleidis