Neulich im Stadion

Liebes Tagebuch,

heute war ich mit meinen beiden Söhnen Marius und Julian in Hamburg im Stadion, um dem Endspiel um den Klassenerhalt gegen Borussia Mönchengladbach beizuwohnen. Bereits auf dem Weg zum Stadion hatte ich das ungute Gefühl, dass das Hamburger Glück an diesem Tag endgültig aufgebraucht sein könnte. Und so ließ ich mich aufgrund der enormen Anspannung zu etwas hinreißen, was mir sonst nicht einfallen würde. Bereits vor dem Gang ins Stadion trank ich das erste Bier und als wir die Kontrollen hinter uns gelassen hatten, gönnte ich mir bereits das nächste.

Während mein Großer das Ganze amüsiert zur Kenntnis nahm, bemerkte ich jedoch nicht, dass mein Sechsjähriger sich ganz besonders zu einem Fan hingezogen fühlte, der wie das HSV Maskottchen Hermann verkleidet war. Erst nachdem ich schließlich mein drittes Bier geleert hatte und mich mit den Jungs auf den Weg in den Innenraum des Stadions, zu unseren Plätzen begeben wollte, bemerkte Julian, dass sein kleiner Bruder verschwunden war. Woraufhin ich diesen zuerst einmal anschnauzte, ob er nicht besser aufpassen könne, wenngleich das doch eigentlich meine Aufgabe gewesen war. Allerdings war ich mir dessen, aufgrund der Nervosität so kurz vor Spielbeginn und wahrscheinlich auch durch die Menge an Bier, in diesem Moment nicht mehr so wirklich bewusst. Ich muss aber auch erwähnen, dass ich normalerweise nicht so oft mit den Kindern unterwegs bin, sondern eher die klassischen Tischspiele im Zodiac Casino bevorzuge.

Nachdem Julian und ich eine Weile nach Marius gesucht hatten, begaben wir uns schließlich an einen Service-Point, um ihn ausrufen zu lassen. Währenddessen hörten wir aus dem Innenraum bereits, wie die beiden Mannschaften das Spielfeld betraten. Während ich dem Mitarbeiter am Service-Point gerade die nötigen Informationen gab, damit dieser ausrufen konnte, verfolgte Julian auf einem Bildschirm den Einlauf der beiden Teams.

Plötzlich wandte Julian sich erschrocken an mich: „Schau doch Papa!“, meinte er, worauf ich meinen Blick in Richtung des Bildschirms lenkte und sogleich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Dort lief Marius an der Hand des HSV-Maskottchens, Dino Herrmann, in das Stadion ein. Sofort wandte ich mich an den Mitarbeiter, um diesem die neuen Erkenntnisse zu schildern.

Schließlich wurden wir von diesem dazu eingeladen, uns das Spiel im VIP-Bereich des Stadions anzusehen, wohin Marius nach dem Einlaufen direkt gebracht wurde, sodass wir wieder vereint waren. Danach verfolgten wir gemeinsam das Spiel, aus einer für uns bis dahin ungekannten Perspektive und die Jungs konnten ihrer Mutter am Abend begeistert von diesem einmaligen Erlebnis berichten. Besonders Marius, der sogar mit den beiden Mannschaften das Spielfeld betreten durfte.

Dieses Erlebnis werden wir, trotz des erstmaligen Abstiegs des Hamburger SV aus der Fußball-Bundesliga am Ende dieses Tages, so schnell nicht wieder vergessen.