Grabsprüche


Hier ruhen meine Gebeine,
Ich wollt, es wären deine.

Hier unter diesem Stein
Liegt begraben allein
Der Vater und seine Tochter
Der Bruder und seine Schwester
Der Mann und sein Weib
Und sein doch nur zwei Leib

Hier ruht ein seltner Advokat,
Der Unrecht nie verteidigt hat
Und Eintracht jedermann empfahl –
Er starb im Hospital.

Hier liegt der alte Abenthau,
Er starb an einer jungen Frau!

Hier liegt ein junges Öchselein,
Des Tischlers Ochs sein Söhnelein.
Der liebe Gott hat nicht gewollt,
Dass es ein Ochse werden sollt,
Drum nahm er es aus dieser Welt
Zu sich ins schöne Himmelszelt.
Der alte Ochs hat mit Bedacht,
Kind, Vers und Sarg, alles selbst gemacht.

Olympia schläft unter diesem Stein,
Wie sie nur selten schlief – allein!

Hier liegt Amasia zur Seite ihres Manns begraben.
Und wo die anderen, die bei ihr gelegen haben?
Oho! Da müsste ganz allein,
Für sie ein eigner Kirchhof sein.

Hier ruht mein Weib, Gott sei’s gedankt!
Solang sie lebte, war nur Zank.
Geh, Wanderer, gehe flugs von hier,
Sonst steht sie auf und zankt mit dir!

Mein Weib deckt dieser Grabstein zu,
Für ihre und für meine Ruh!

Nur drei zählt man der Furien, der Hölle Zier;
Xanthippe stieg hinab – jetzt zählt man vier.

Er lebte, nahm ein Weib und starb!