Habemus
Pampam
Es war das
erste mal für Vertreter meiner Generation, dass sie.... jetzt geht es schon
los... dass sie etwas miterleben durften, was mit dem unwahrscheinlichsten aller
möglichen Artikel versehen ist: das Konklave. Der Konklave, die Konklave
– alles hätte vertrauter und logischer in unseren weltlich geschulten
Ohren geklungen als „das Konklave“. Aber irgendwie passt es ja auch
zur katholischen Kirche, dass Vertrautheit und Logik bereits im verwendeten
Artikel für die besagte Institution zu fehlen scheinen.
Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich mich in der siebten Klasse
gegen Latein und für Französisch entschieden habe und somit meine
klerikale Karriere bereits im zarten Alter von 13 Jahren verspielte.
Zurück zum Konklave:
wir schreiben also das Jahr 2005 und die halbe Welt (wenn nicht noch mehr) schaut
gebannt auf....... einen Kamin. Die Regeln hab ich nun auch endlich kapiert:
schwarzer Rauch heißt „Nochmal alles von vorn“, bei weißem
Rauch gibt’s einen neuen Papa.
Dann geht’s wieder
los! Ein Dienstag im April um kurz nach 18 Uhr – beinahe zur Chips-und-Bier-Primetime.
Doch was ist das: schwarzer Rauch? Grauer Rauch? Weißer Rauch? Ich zünde
mir eine Zigarette an um die Farben zu vergleichen. Ob die Kardinäle in
der sixtinischen Kapelle wohl auch rauchen dürfen?
Allein schon die Tatsache,
dass sich - mitten im Medienzeitalter - 115 Kardinäle einschließen
um die Vibrations des Heiligen Geistes zu empfangen und fortan mit der Außenwelt
nur noch über Rauchzeichen kommunizieren, hat etwas sehr eigenartiges,
gleichwohl aber auch faszinierendes an sich: keine Live-Berichterstattung aus
den heiligen Hallen, keine Interviews, kein „Mittendrin-statt-nur-dabei“
und keine aktuellen Hochrechnungen der „Forschungsgruppe Wahlen“.
Alles ist so fremd, antiquiert
und irgendwie auch erfrischend anders. Vielleicht ist genau das der Grund, warum
sich auch zig-tausende junger Menschen auf dem Petersplatz versammeln als ginge
es um ein Gratis-Konzert von Robbie Williams. Auf einmal gibt es für die
Zuschauer kein halten mehr. Doch nicht Robbie himself betritt die Bühne,
sondern ein gewisser Joseph Ratzinger aus Marktl am Inn in Bayern. Seines Zeichens
78 Jahre alt und neuer Oberhirte von einer Milliarde Katholiken. Irgendwie wäre
ich jetzt auch gerne in Rom dabei und bin etwas enttäuscht, dass der ganze
Zauber schon vorüber ist. Und irgendwie scheint die Welt in solchen Momenten
näher zusammenzurücken als bei allen Robbie Williams – Konzerten
zusammen.
Ich
hoffe übrigens, dass Herr Ratzinger auch brav auf’s deutsche Konsulat
im Vatikan gegangen ist, um sich „Papst Benedikt XVI.“ als „Ordens-
und Künstlernamen“ in seinem Personalausweis eintragen zu lassen.
Mit
freundlicher Genehmigung von R.
Krauleidis
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